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Dienstag, 8. Oktober 2013

Strassenhunde in Rumänien


Auch dieser Artikel wird humorlos sein.
Und mir ist bewusst, dass vielleicht "beide Seiten" nicht zufrieden sein werden mit folgenden Zeilen:

Allein in Bukarest sollen rund 65 000 Strassenhunde leben. Fakt ist auch, dass jährlich mehrere tausend Menschen von diesen Hunden gebissen werden.
Das neue Gesetz das in Rumänien in Kraft getreten ist, sieht vor, Hunde einzufangen und wenigstens 14 Tage zur Vermittlung frei zu geben. Danach kann ein nicht vermittelter Hund eingeschläfert werden.
In diesen "Tierheimen" sollen, so sieht es das Gesetz weiter vor, die Tiere nur so gehalten beziehungsweise auch getötet werden, dass die Tiere keine Qualen erleiden.
So weit das geduldige Gesetz auf Papier.


Das "Problem der Strassenhunde" in Rumänien ist kein überraschendes oder gar plötzliches Problem geworden.

Wie den Hunden in Rumänien, so geht es auch den Menschen extrem schlecht. Armut und Kommunismus haben die Menschen roh gemacht. Deshalb ist das Geschäft mit den Strassenhunden ein lukratives und gern gesehenes Einkommen.
Der BMT Tierschutz fasst es folgendermaßen zusammen:

"Bis zu € 250 pro Hund werden von Kommunen an Tierheime für die Unterbringung gezahlt.
Auf der anderen Seite erhalten genau diese Kommunen hohe EU-Subventionen, die mit unseren Steuergeldern finanziert werden. Und mit den dann freien Mitteln wird der Hundemord finanziert. Man sucht per Ausschreibung das günstigste Tierheim, wo die Tiere nach Ankunft oft gleich ermordet werden oder verhungern. Dies verursacht null Kosten und bringt 100 % Profit".


Der Unterschied zwischen einem rumänischen Hund und einem rumänischem Menschen liegt aber auf der Hand: ein Hund folgt ausschließlich seinem Instinkt.
Das macht ihn nicht dümmer, liebevoller oder gar gefährlicher - es muss nur verstanden werden.
Ein Mensch der unter den übelsten Umständen leben muss, möchte versuchen aus diesen Umständen heraus zu kommen. Ein Hund wird nur versuchen unter den herrschenden Umständen zu überleben.

Dadurch werden Hunderudel gebildet, die besten Mülleimer verteidigt oder sogar Menschen angegriffen.
Genauso betteln Hunde ihre zweibeinigen Menschen auch an, winseln oder rollen liebevoll die Augen.
Die Hoffnung auf ein bisschen Futter, frisches Wasser oder Zuwendung macht Hunde zu schlauen Wesen - die aber, wie schon erwähnt, nur ihren Instinkten folgen.

So war es wohl nur eine Frage der Zeit, bis ein vierjähriger Junge, von den Hunden angegriffen und getötet wurde.
Die Sendung "Spiegel TV" berichtete im deutschen Fernsehen bereits letzte Woche von diesem tragischen Vorfall.

"Tierfreunde" veranstalteten, nach dem ausgestrahlten Bericht, einen regelrechten Shitstorm auf der Facebook-Seite des Magazins.
Der Redaktion von "Spiegel TV" wurde eine zu einseitige Berichterstattung vorgeworfen.
Ebenso machten Verschwörungstheorien die Runde, der kleine Junge wäre gar nicht von Hunden getötet worden, sondern einem menschlichen Verbrechen zum Opfer gefallen.
"Spiegel TV" reagierte auch in dieser Woche und berichtete eine zweites Mal zum Thema.
 In ihrem Beitrag veröffentlichten sie die Facebook-Namen einiger Kommentare zur Sendung. Hier wurde "Spiegel TV" beschimpft, die Problematik in Rumänien mit dem Holocaust in Verbindung gebracht und sogar Morddrohungen wurden ausgesprochen.

Diese Äußerungen halte ich, ebenso ein bekennender Tierfreund und vor allem auch Tierschützer, für bodenlose Frechheiten von unglaublich dummen Menschen. Diese Leute wissen gar nicht, wie sehr sie dem Tierschutz Schaden zu fügen.

Nun aber zu "Spiegel TV".
Das Magazin hat sich zuerst zu einer sehr einseitigen Berichterstattung hinreißen lassen. Es gab keine Erwähnungen zum Hintergrund der Misere, keine lobenden Worte zu Hilfsorganisationen die immer wieder versuchen gegen die sprichwörtlichen Windmühlen zu kämpfen. Kein Wort zu den illegalen Geschäften und kein Bild wie die Tiere tatsächlich getötet werden.
Warum?

Der Aufhänger der "Story" war der getötete vierjährige Junge der von mehreren Hunden in einem Park getötet wurde. Und ebenso war die Verbindung leicht zu schlagen, zwischen diesem unglaublich, tragischen Drama und der Legalisierung per Gesetz 2,5 Millionen Strassenhunde zu töten.
Genau durch diese Art der Berichterstattung hat "Spiegel TV" es geschafft, solche Menschen aus ihren Löchern kriechen zu lassen, die hier direkt eine Verschwörung sehen.
Denn bringen wir Dinge stets ohne Überlegungen zusammen, die vielleicht oder vielleicht auch nicht zusammen gehören, enstehen immer wieder Spannungen. Daher auch der Shitstorm der über "Spiegel TV" hereinbrach. Mit mehr oder weniger gutem Inhalt.

Vielleicht brauchen wir Menschen einen "Aufhänger" um unser Gewissen besser unter Kontrolle zu halten. Vielleicht existieren dubiose Verschwörungen nur, weil es in unserem Kopf einfach keinen Sinn ergibt.
In meinem Kopf kann ich es nicht in Einklang bringen, wie man zwei Geschichten zu einer machen kann.
Auch das ist beschämend gegenüber den Eltern des Kindes und kann nicht die Menschen aus ihrer Schuld entlassen, die seid Jahren politisch und tierschutzrechtlich versagt haben.

Ebenso versucht "SpiegelTV" in ihrem zweiten Bericht, nur von solch selbsternannten Tierfreunden, Kommentare zu veröffentlichen, die entweder komplett geistig entgleist sind oder aber aus dem Zusammenhang gerissen wurden. Dieser Mix, plus den sarkastischen Unterton des Moderators, haben auch mich dazu getrieben, heute einige Zeilen zu schreiben.

Das Gesetz ist beschlossen!
Was kann man jetzt noch tun?

Im Grunde nur noch genau das, was ich selbst nicht für sinnvoll erachte: die Tiere aus Rumänien schaffen!
Bei mir persönlich (das hat "SpiegelTV" auch versucht hämisch zu beurteilen), gilt als Tierfreund jede Art von Tier als wertvoll. Ich mache keinen Unterschied ob das Tier nun süss und plüschig ist oder welchen persönlichen Nutzen ich habe.
Ein Leben ist ein Leben. Und nein, ich bin keiner der ein Menschenleben über ein Tierleben stellt.
Aber ich mache es auch nicht anders herum.

Rumänien ist nicht geholfen, wenn die Hunde jetzt abtransportiert werden!
"Nur" den Hunden selbst.
Finden die Tiere eine Pflegestelle, eine Familie, so finden sie auch wieder Zuversicht. Mehr nicht!

Das "Problem" ist nicht gelöst und kann auch, so schmerzhaft es klingt, nicht von den ganzen Tierorganisationen geleistet werden. Das Hauptargument, dass unsere deutschen Tierheime, ja eh viel zu voll sind, ist leider auch nicht von der Hand zu weisen.
Rumänien sollte als Negativbeispiel stehen. Eines von dem hoffentlich der Mensch etwas lernt.





Der Großteil der Hunde wird getötet - falsch getötet! Als wenn töten je richtig wäre.
Es schmerzt mich sehr, diese Tatsache anzunehmen, aber es ist die schlimme Wahrheit.


Ebenso ist es mir mit diesem Posting wichtig, euch aufzuzeigen, dass:

  • kein dramatischer Einzelfall so etwas rechtfertigen kann. 
  • dass dieses "Problem der aggressiven Strassenhunde" ein selbstgemachtes und von der Politik noch subventioniertes Problem war und ist. 
  • sogar deutsche Medien einseitig über die Thematik berichten


Nur bessere Tierschutzgesetze können die Antwort sein! 
Unberechenbare Hunde, aggressive Hunde die gibt es offenbar in Rumänien. Doch diese sind durch menschliches Versagen zu aggressiven Tieren geworden. Sie sind aber auch verschwindend in der Unterzahl. 
Ich erbete die deutschen Medien, gerne auch "SpiegelTV", die Seite der Tiere aufzuzeigen, die in Angst verbringen und um ihr Überleben kämpfen. 
Zeigt auch die Hunde die einfach nur zum Spass gequält werden. 
Zeigt den neuen Volkssport "Hunde-mit-dem-Auto-überfahren" auf rumänischen Straßen. 
Es fehlt die Berichterstattung zu der Korruption in diesem Land: veruntreute Steuergelder die eigentlich für Kastrationen sein sollten. 
Es fehlt an Aufklärung im eigenen Land! 
Am Tierschutz in Rumänien!

Ich denke, am Ende des Tages sind wir uns einig, dass die Straßenhunde unbedingt reduziert werden müssen. Definitiv aber auf humanen Wege, so wie es für ein EU-Land würdig wäre, dass jahrelang sein "Hundeproblem" nicht in Angriff genommen hat. 

Ethisches Handeln anstatt abschlachten! 


Danke fürs Lesen.
Mensch- und Tierfreund

Mario Schlack



Mehr Informationen gibt es hier:





1 Kommentar:

  1. Jedes Mal wenn ich von den Hunden höre könnte ich heulen. Sie tun mir dermaßen Leid! Natürlich, sie können gefährlich werden, aber selbst Menschen können gefährlich werden wenn man sie bedroht (oder sie unter extremen Hunger leiden).

    Was ich ganz schlimm finde, dass sie zwar von Einschläfern reden, aber im Fernsehen sieht man ganz andere Bilder... Seit sie zum "Abschuss" frei gegeben wurden, umso mehr werden sie gequält!
    Aber leider werden auch Hunde in Deutschland gequält. Wie oft allein hier auf den Straßen Hundefutter liegt, wo man auch Tabletten und sowas drin findet. Ist doch furchtbar, warum tun das Menschen?

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Danke das du deinen Senf dazu gibst....