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Donnerstag, 5. Dezember 2013

Stolz sein?!

Stolz auf etwas sein, wofür man gar nichts kann, davon halte ich nichts.
Man kann wohl stolz sein auf sein Kind, wenn man es zu einem halbwegs sich artikulierendem Wesen erzogen hat. 
Oder auf seine eigene Leistung, im Sport, im Beruf, im Bett oder sonst wo. 
Doch was genau steckt hinter dem so häufig diskutiertem Nationalstolz?
Wer ist er und was kann er und wohin will er? 


Als Deutscher stolz auf sein Land zu sein, birgt die Gefahr, als Nazi abgestempelt zu werden. 
Das dieses Urteil von relativ unterbelichteten Menschen kommen mag, ist heute aber gar nicht mein Thema. Mich interessiert die Frage, worauf man als Deutscher stolz sein kann? 
(Mir und hoffentlich euch ist klar, dass man dies nun auf jede Nation herunterbrechen kann/darf)
Weder die nationalsozialistische Geschichte, noch an der (ja die gibt es auch) nicht nationalsozialistischen Geschichte Deutschlands war ich direkt beteiligt. Mich gibt es, bedauerlicherweise, erst etwa 30 Jahre hier. 
Kann ich also stolz sein auf Deutschland und deren jüngere Geschichte? 
Klar, Deutschland steht "gut" da, im Gegensatz zu anderen Nationen. 
Ich habe immer brav meine Steuern gezahlt. Die Bäume am Straßenrand und die Strassen selbst, alles von mir gezahlt. 
Und vielleicht auch von euch. 
Aber macht mich das stolz? 


"Die billigste Art des Stolzes ist hingegen der Nationalstolz. Denn er verrät in dem damit Behafteten den Mangel an individuellen Eigenschaften, auf die er stolz sein könnte, indem er sonst nicht zu dem greifen würde, was er mit so vielen Millionen teilt. 
Wer bedeutende persönliche Vorzüge besitzt, wird vielmehr die Fehler seiner eigenen Nation, da er sie beständig vor Augen hat, am deutlichsten erkennen. 
Aber jeder erbärmliche Tropf, der nichts in der Welt hat, darauf er stolz sein könnte, ergreift das letzte Mittel, auf die Nation, der er gerade angehört, stolz zu sein.«
Arthur Schopenhauer

Neuerdings gilt es nicht nur auf Deutschland, sondern auf Europa stolz zu sein. Mir ist das zu groß. Ich war zwar schon hier und da in Europa unterwegs, aber auf das Ganze stolz sein, ist mir echt zu viel. 
Vielleicht bin ich ja eher der Lokal-Patriot und freue mich, wenn ein Musiker in Deutschland Erfolg hat, nur weil er aus der selben Stadt entspringt wie ich. Dann sehe ich mich, wie ich in die Runde sag: "Der ist bei mir auf die Schule gegangen". Aber macht mich das stolz? 

Stolz ist bei mir sehr an einer eigenen, vielleicht sogar messbaren, Leistung festzumachen. 
Im Moment bin ich gerade stolz, wenn ich nicht zunehme über die Weihnachtszeit oder dass ich echt noch dieses Jahr die Fenster geputzt habe. Ich bin stolz auf mein Durchhaltevermögen, dass ich bisher alle Prüfungen die mir das Leben so stellte, gemeistert habe. 
Mich interessiert worauf ihr stolz in eurem Leben seid? 
Und habt ihr einen gewissen nationalen- oder lokalen Stolz den ihr mit euch rumtragt? 
Eure Meinung, ab in die Kommentare! 

Kommentare:

  1. nationalen- oder lokalen Stolz? Nein, da geht es mir wie dir.

    Stolz? Ist bei mir das falsche Wort. Erleichtert und froh darüber, trifft es besser. Natürlich, wahr ich für kurze Zeit, Stolz wie Oscar, als ich z.B. den Führerschein bestanden habe. Doch das haben auch ganz Andere. ;) Somit bin ich erleichtert und froh über meinen Lappen.

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  2. Nee ich habe weder nationalen noch lokalen Stolz. Deutschland hat nichts mit mir selbst zu tun, außer das ich hier aufwachse und lebe. Ich könnte mich auch nie mit irgendeiner Stadt soweit identifizieren, das ich stolz darauf bin dort zu wohnen. Nichtmal wenn ich eines Tages nach Hamburg, Bremen oder Berlin ziehen würde.
    Ich war heute stolz auf mich, als ich die Fahrstunde gut gemeistert habe, den Wagen kein einziges Mal abgewürgt habe und sonst auch ganz gut gefahren bin. :D
    Und sonst bin ich auf all das stolz, was ich bisher so erreicht habe.

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Danke das du deinen Senf dazu gibst....