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Montag, 24. März 2014

Sprache als Mittel der Verständigung oder: "Isch bin Mottoshow!"


"Isch bin Mottoshow", hörte ich gestern Abend eine junge Frau ins Telefon brüllen, als sie von Bohlen und Co gesagt bekam, dass sie sich eben in diese vorgekämpft hatte. Nicht nur wegen ihrer starken Stimme, sondern vielmehr aus der Schwäche aller anderen Kandidaten.
Geschenkt!



Eine Tatsache, die viele meiner Leser wohl bestürzen dürfte: die junge Dame ist nicht die Mottoshow! Sie ist nur eine Kandidatin der Mottoshow!
Korinthenkackerei? Auf jeden Fall!



Denn aus ursprünglichem Grunzen und Raunzen, damals in der Höhle, ist mittlerweile eine Sprachvielfalt herangewachsen, die nicht nur in Englisch, Deutsch, Italienisch oder Türkisch einzuordnen wäre.
Darüber hinaus beinhaltet unser Sprachbrei neue Wörter aus neuen Welten, wie dem Internet, oder nimmt aus mehreren Sprachen das "Beste" heraus, um wiederum neue Wortschöpfungen zu konstruieren.
Selbst ein Schwabe wird im eigenen Land dumm angeschaut, wenn er in Hamburg am Hafen eine Karte kaufen möchte um: "a bissle Beetle zom fahra".



Ist der "Verfall der Sprache" wirklich jetzt? Also 2014? Oder hat es angefangen, als das mit diesem Internet losging? Wer ist Schuld? Und kann man wirklich von einem "Verfall der Sprache" sprechen?



"Sprachen sind die Systeme von Einheiten und Regeln, die den Mitgliedern von Sprachgemeinschaften als Mittel der Verständigung dienen". 

Dieser schlaue Satz stammt nicht von mir. Obwohl er das selbstverständlich könnte! Aber diese Definition (guckst du Wikipedia) ist für mich eindeutig und klar.

Wir müssen uns nicht darüber aufregen, wenn Rapper im Fernsehen über ihre freshen Rhymes und tighten Beats reden. Denn die Message ist gar nicht so deep wir wir uns das vorstellen. Es ist simple: was du nicht verstehst, ist irgendwie auch nicht für dich bestimmt.


Politiker machen sowas ständig.
Manchmal will man eben nicht, dass jedes Vollkornbrot einen versteht. Nein, wir wollen abgegrenzt so etwas wie eine Geheimsprache zelebrieren. Wie damals im Kindergarten im Gebüsch.
Nein, ich mein das andere Mal im Gebüsch!



Wer glaubt, dass Sprachgewirr sei nur auf RTL-Niveau der täuscht sich gewaltig. Wie eben schon angeschnitten, sind Politiker oder auch Manager die nach einem Warming-Up sich brainstormend ins nächste Meeting begeben, im Grunde noch viel schlimmer.

Denn wem kann man etwas vorhalten? Dem Dummen oder dem Dümmeren?
Wer keine Sprachvielfalt hat und seine Freunde, Eltern, Lehrer, Ausbilder und Vermieter alle mit "Yo Digga" anredet, dem ist offensichtlich nicht mehr zu helfen.
Wer aber seinen erkauften Doktortitel dafür einsetzt, um extra, absichtlich und völlig ungeniert mit Phrasen um sich werfen, nur dass ihn keiner versteht - der hat doch einen Totalschaden!
Oder sitzt im Bundestag.
Oder beides!




Wieso reden wir nicht so, dass ein Anderer uns auch versteht? 


Im worst case sind die Menschen von deinem Lifestyle eben nicht geflashed genug. Und wenn du deine langweiligen Storys vom Weekend auspackst und der Small Talk langsam einschläft, macht es sich nicht gerade gut, wenn man nicht ein paar Sprachfetzen parat hat.
Das ist wie gemeinsames Lästern. Solange man auch hier die selbe Sprache spricht, läääufts!
Oder anders ausgedrückt: "wenn dir die Connection zu hippen Crews fehlen, solltest du versuchen ihren Kauderwelsch nachzumachen, so dass auch du deine Message mit den neusten News updaten kannst.

Wo wird bei euch Geheimsprache verwendet?
Gibt es bei euch auf der Arbeit auch Wörter die nur Unternehmensmitglieder verstehen?
Habt ihr Menschen im Freundeskreis die auch immer neue Wortkreationen als eine der ersten ins Vokabular aufnehmen?
Was nervt euch? Lasst es mich wissen!

1 Kommentar:

  1. Ich hasse die Art von Menschen, die versuchen durch den Gebrauch von zahlreichen Fremdwörtern, schlau rüber zu kommen. Finde ich furchtbar! Wieso muss man es bitte kompliziert machen wenns auch einfach geht? :D
    Echt mal, DAS regt mich auf. :D

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Danke das du deinen Senf dazu gibst....