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Samstag, 12. Juli 2014

Nationalstolz im Fußball?!

Verbindet der Fußball wirklich die Nationen?


Sind es nicht merkwürdige Zeiten?
Diese dumpfe und stupide Verbissenheit, wenn es gerade nicht so gut läuft, in dem Spiel, für dessen Mannschaft wir sind?
Dieses seltsame "Wir-Gerede" im Discounter, wenn noch schnell das Billig-Fleisch für die WM-Party eingekauft wird?
Diese Überheblichkeit, wenn es im Turnier gegen eine Mannschaft geht, die wohl nicht ganz mit dem eigenen Team mithalten kann?
Diese bescheuerten "Schwuchtel", "Behindert" und "Mädchen-Beschimpfungen"?
Was ist los mit uns?


Blau oder Rot!
Müssen wir uns entscheiden? 

Etwas verbindet die Nationen: das Hirn wird ausgeschalten! 


Was zählt ist der Stolz.
Der Nationalstolz, das "Wir" und das damit empfundene Zugehörigkeitsgefühl.
Und zugehörig fühlen wir uns noch mehr, wenn wir uns von Anderen systematisch abgrenzen.

Mein Deutschlehrer hat früher immer gesagt: "stolz kannst du auf das sein, was du machst... mach deine Hausaufgaben!"
Damit meinte er übrigens nicht nur mich, sondern die ganze Klasse! Nicht das einer falsch über mich denkt.
Aber im Kern hatte er doch Recht: worauf soll ich stolz sein, wenn elf Überbezahlte über den Platz rennen und ich höchstens schreiend im Wohnzimmer die Daumen drücken kann?


Oder können wir uns bunt genug fühlen und
dem Besseren gratulieren? 


Dass das Spiel namens Fußball riesig Spass macht, ist gar keine Frage.
Aber stolz muss es mich nicht machen, oder?

Wieso können wir nicht dem Anderen den Sieg gönnen, weil sie schlicht und ergreifend besser waren?
Wieso liegt es im Notfall am Schiri oder das der Trainer Diesen oder Jenen zuspät oder gar nicht eingewechselt hat? Wieso liegt es nicht schlicht und ergreifend an der eigenen miesen Leistung oder vielmehr daran, dass des Gegners Leistung einfach besser war?
Unser Nationalstolz oder der Wunsch der Zugehörigkeit macht uns zu unfairen und schlechten Verlierern. Egal welcher Nation wir angehören.
Wie ihr seht - uns verbindet viel mehr als man annimmt!





“Die wohl­feils­te Art des Stol­zes hin­ge­gen ist der Na­tio­nal­stolz. Denn er ver­rät in dem damit Be­haf­te­ten den Man­gel an in­di­vi­du­el­len Ei­gen­schaf­ten, auf die er stolz sein könn­te, indem er sonst nicht zu dem grei­fen würde, was er mit so vie­len Mil­lio­nen teilt.”

Ar­thur Scho­pen­hau­er


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Danke das du deinen Senf dazu gibst....