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Samstag, 2. August 2014

Über diesen Blog, andere Blogs, neue Themen und alte Gewohnheiten...

Genau zu der Zeit, als ich mich mit einfachen Arbeiten beschäftigte um einfach nur Geld zu verdienen, entstand eine Sehnsucht nach Kreativität. Geschrieben habe ich in meinem Leben schon viel und immer wieder gerne, nur einen "roten Faden", etwas das immer zur Hand war, wenn man es brauchte, war nicht da.
Für ein Buch hatte ich zu dieser Zeit noch nicht das Durchhaltevermögen und so war über Umwegen schnell klar, dass es ein Blog werden sollte.

Zu dieser Zeit gab es keinen einzigen Blog den ich verfolgte, geschweige denn regelmäßig besuchte. Ich wusste im Grunde nicht mal so genau wie das alles gehen soll. Wahrscheinlich weiß ich das heute noch nicht wirklich...



Ein Blogger war für mich damals ein Hipster mit Spiegelreflexkamera der Kieselsteine auf Berlins Straßen dokumentierte. Oder eine junge Frau die einem erklärt welcher Lippenstift zur Abendgarderobe passt.
Aber weder wollte ich so etwas machen, noch hatte ich das Talent dazu.
Zuerst klapperte ich in Gedanken ab, was ich überhaupt konnte und was nicht.

Über was möchte ich schreiben? 

Was ist der "rote Faden"? Und wieso ist der überhaupt rot? 


Ich wusste schnell, dass ich über etwas erzählen wollte, das Spass macht und Freude bereitet, als nur etwas zu erklären oder Outfits zu posten. Ich wollte (auch) ernsthafte Themen und Inhalte so verpacken, dass man sich trotzdem gern damit auseinender setzen konnte.
Ich bin vernarrt in Youtube, in die virale Kackhaufen des Internets und die skurrilen Geschichte die einfach unsinnig sind. "Ich liebe Musik, Kino, interessante Themen und Unsinn", war mein Gedanke und dieser sollte nun das ungeborene Kind taufen.
Mittlerweile ist der Name nicht mehr dauerhaft Programm. Denn auch wenn ich mich nicht an der Betitelung dieses Blog aufhalten wollte und mich auch heute nicht daran störe, würde ich es heute dennoch anders angehen. Ein nichtsagender Phantasiename wäre wohl für manche Themen praktischer gewesen.
Shit happens!

Die Blogbeiträge haben sich verändert


Wie jeder Mensch sich offensichtlich mit der Zeit verändert und die Interessen kommen und vergehen, hat sich auch hier schleichend etwas geändert.
Meine Themengebiete haben sich vervielfacht und ich verliere stets diesen "roten Faden", finde ihn wieder und hebe ihn auf und lass ihn wieder fallen.
Aber es ist mir egal.
Dieser kleine Mikrokosmos muss auch mir dienen! Denn ich habe ihn aufgebaut und kann ihn jederzeit auch wieder zerstören. Das ich durch den Themenwechsel und den nicht vorhandenen "roten Faden" neue Leser bekomme und alte dadurch einbüßen werde, ist mir natürlich klar.

Was hat das alles mit der Wahrheit zu tun? 


Die Wahrheit ist, dass ich mir anfangs viele Gedanken gemacht habe, zu den Themen, die auf diesen Blog sollen.
Was ist relevant für die Suchmaschine? Welche Themen sind immer wiederkehrend oder saisonal angebracht?
Solche Gedanken mache ich mir heute nicht mehr.
Es ist mir egal welche Länge optimal für einen Blogbeitrag sind. Niemand wird gezwungen über seine minimale Aufmerksamkeitsspanne hinweg weiter zu lesen.
Glückwunsch, du hast es bis hierher geschafft!

Auch eine gewisse Reichweite meiner Beiträge war mir immer wichtig.
Wie ein Kaufhaus das seine Waren anpreist, habe ich versucht Werbung für diesen Blog zu machen.
Auch das tritt immer weiter in den Hintergrund.
Zu guter Letzt begründet man "Wieso man denn überhaupt bloggt" immer mit seiner Leidenschaft und seiner Leserschaft. Auch das mache ich nicht mehr!
Denn meine Leidenschaft für manche Themen sind abgekühlt und für wieder andere, neue Themen brenne ich und möchte sie mit euch teilen.
Doch mit wem teile ich hier wirklich?


Follower und Leser sind keine Freunde! Natürlich können sie es aber werden...



Egal wer dir folgt und wie viele, das hat nichts mit der Qualität zu tun.
Mir bringt es überhaupt nichts, wenn ich tausende Twitter- und Facebook-Nutzer erreiche, aber darunter nicht wirklich einen Menschen.
Klar ist aber auch: Follower und Leser sind keine Freunde mit denen man zusammen einen Kinofilm ansieht und danach etwas trinken geht.
Kontakte via Internet sind kein Ersatz und werden es niemals sein.
Vor allem der Austausch per Kommentarfeld, wird mehr als Eigenwerbung genutzt. Oder als "Schreibe-ich-dir-ein-Kommentar-schreibst-du-mir-ein-Kommentar"-Modus, den ich zum kotzen finde.
Ich persönlich kommentiere nur das, wozu ich auch etwas zu sagen habe oder sogar einen Mehrwert biete. Viel zu oft kommentiere ich aber auch nicht, obwohl mir ein Beitrag gefällt. Das ist wirklich ein Fehler von mir!

Hat man "es" geschafft oder hat man "etwas" geschafft? 


Und auch wenn man den letzten Abschnitt durchaus falsch verstehen kann, lass ich ihn so stehen.
Denn die letzte Wahrheit für dieses Posting hier ist: es gibt wenige Blogger (die ich kein Stück weit wirklich kenne) die mich so sehr unterhalten, mich prägen, mir gute oder nachdenkliche Laune schenken, dass ich sie fast jeden Tag auf ihren Blogs besuche.
Ich habe diese Blogger, für mich besonderen Menschen, die einen kleinen Teil zu meinem Leben beitragen.
Die "eine wo gerade in der Schweiz ist und immer so krass ehrlich unter ihrem Pseudonym schreibt" oder "die Hamburger Hasenmama die nur Sonntags postet"! Um jetzt nur zwei Beispiele zu nennen...
Genau so verständige ich mich mit meiner Freundin, wenn es darum geht, sich über diese völlig unbekannten Menschen zu unterhalten.
Ich glaube dann, wenn man in anderen, fremden Leben angekommen ist - hat man nicht "ES" geschafft aber man hat "ETWAS" geschafft!
Und ja, auch finde ich es manchmal schade, nicht mehr von diesen Menschen zu erfahren, als das was sie auf ihren Blogs hinterlassen.
Denn ich glaube es ist egal wie hoch deine Leserzahl ist, wie viele Beiträge du in der Woche raushaust oder wie suchmaschinenoptimiert dein Blog ist, was wirklich zählt ist, wie sehr du Menschen mit deinem Geschriebenen prägst oder unterhältst.

Im nächsten Beitrag möchte ich um eure Hilfe bitten. Denn ich möchte herausfinden, wie unterschiedlich die Wahrnehmung zwischen euch und mir sein kann!
Bis dahin, lasst mir doch eure ehrliche Meinungen und Gedanken da!




Kommentare:

  1. Das ist so! Ich bin niemandes Freund, nur weil ich seinem Blog folge. Irgendwelche ihrer/seiner Posts haben mich angesprochen. Und damit ich dranbleiben kann, folge ich. Ob sich daraus jemals eine "Freundschaft" entwickeln kann, weiß ich nicht, da mir dazu bisher alle Erfahrungen fehlen. Allerdings liegt für "Freundschaft" die Latte ziemlich hoch. Ich habe zwei oder drei Menschen, die ich als "Freunde" bezeichne; kennen tue ich Tausende. Und ich bemühe mich zunehmend, Posts, die mich interessieren, ansprechen, amüsieren …. auch kurz zu kommentieren (naja, kurz??). Und ich freue mich über Kommentare, die diese Bezeichnung verdienen.
    Alles andere ist "kalter Kaffee". So, und jetzt weiß ich vor lauter Schreiben nicht mehr, was ich sagen wollte.
    Egal! Da musst Du durch jetzt. :-)))

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    1. Da musste ich gerne durch :-)
      Danke für deine Meinung. Hoffe natürlich, dass du hier auch dranbleibst :-)

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  2. Wer ist denn die ehrliche Tussi aus der Schweiz? Klingt so als wär die mit mir auf einer Wellenlänge? ;) Nee mal ehrlich, als ich mit dem bloggen angefangen habe, gings mir so wie dir, habe selber nie Blogs gelesen und die meißten Themen haben mich nicht sonderlich gefesselt, sodass ich dachte: hm was mach ich hier eigentlich? ist das wieder so ein freakiger Aussetzer, worüber du dich im nächsten Jahr kaputtlachst? Aber dann habe ich Blogs wie deinen gefunden und dachte, hach das ist aber witzig, das les ich doch jetzt ma öfter! und durch solche Projekte wie das Wanderpaket verlegt sich der Kontakt irgendwie indirekt ins "Reallife". Dadurch dass man über einen längeren Zeitraum irgendwie das Leben und die Gedanken des Anderen verfolgt, fühlt es sich manchmal schon so an als ob man sich kennt. Find grad keinen runden Abschluss für meinen Redeschwall :D

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    1. Ja die ist glaube ich ganz in Ordnung die Alte... :-)
      Toller Redeschwall!

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  3. Maximale Hasenliebe aus der Mudderstadt! ;) Dein Text spricht mich sehr an und besonders mit dem letzten Satz fasst du alles zusammen, was für mich zu oft in der Bloggerwelt verloren geht:

    "Denn ich glaube es ist egal wie hoch deine Leserzahl ist, wie viele Beiträge du in der Woche raushaust oder wie suchmaschinenoptimiert dein Blog ist, was wirklich zählt ist, wie sehr du Menschen mit deinem Geschriebenen prägst oder unterhältst."

    Das ist wahrscheinlich einfach Typsache. Ich kann es auch nicht nachvollziehen, dass Blogger online mit dem Bestreben auftreten, dass sie 20000 anonyme Kinners für ihre Designerschuhe beneiden sollen. Dann lieber weniger Follower, die tatsächlich lesen und nachdenken möchten.

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Danke das du deinen Senf dazu gibst....